Malerei - Video - Assemblage - Installation • Fünf Erfahrungen - Fünf Positionen - Fünf Ansätze
innenFünf befreundete Künstlerinnen beleuchten ihre eigenen Biografien und schauen zurück in vorangegangene Generationen. Wie sah dort die Erlebniswelt aus? Inwieweit war es möglich, Kunst zu schaffen, insbesondere für Frauen? Welche Möglichkeiten waren gegeben und welche Wege blieben versperrt? Was setzt sich fort?
Paula Coulin, Yule von Hertell, Sandra Hilleckes, Judica Albrecht und Alexandra Uhle haben sich zusammengeschlossen, um in einer gemeinsamen Ausstellung Parallelen und
Bezugspunkte zu erkunden. Die Künstlerinnen tragen im übertragenen Sinn ihre Funde zusammen und integrieren Objekte der Vorfahren in den Prozess des „Umgrabens, Ausgrabens und Sichtens“.
Malereien, Textmaterial, Filminstallationen und Objekte ergeben einen scheinbar losen Verbund des gemeinsamen Befragens der Vergangenheit auf ganz persönlicher Ebene.
Was zeigt das Leuchten des Vulkans? Was verbirgt sich unter dem Portrait der Mutter, lose aus Steinen gelegt, was unter dem des Vaters mit dem Abzeichen am Kragen? Warum steht da eine
Panzerfaustkiste? Welche Artefakte haben Menschen, die uns vorangingen, geschaffen, und warum? Was zeigt sich in den Bildern, die von uns gemacht wurden und die in uns schlummern und wo sind die
Perlen zu finden?
Diese Ausstellung geht nun hier in der Galerie 149 in Bremerhaven in die vierte Runde. Im Jahr 2024 wurde diese Ausstellung erstmalig im Dahlenburger Kunstverein gezeigt. 2025 konnte sie in
Lübeck in der Produzentengalerie Artler und im Heinrich-Heinehaus in Lüneburg platziert werden. Dies ist für uns ein Zeichen, dass Themen wie Reflexion, Trauma und das Verstehen von
Zusammenhängen vom Erleben verschiedener Generationen in unserer Gesellschaft von höchstem Belang sind.
Eröffnung am Donnerstag, 21. Mai 2026 um 18:00 Uhr
Künstlerinnen-Gespräch am
Freitag, 05.06.2026 um 16:30 Uhr
Öffnungszeiten:
Mi von 15 - 18 Uhr
Do von 17 - 20 Uhr
Fr von 15 - 18 Uhr
Der Eintrtt ist frei.

Es folgen Ausführungen zu den einzelnen Künstlerinnen und ihren Arbeiten:
Zunächst ist da Paula Coulin. Sie ist freie Autorin und Mentorin für systemische Biographiearbeit. Sie präsentiert eine Assemblage zum Thema "Weibliches Talent und
Nachkriegstrauma", die für jede*n Gesprächsanlass zur Befragung des eigenen Familiensystems sein kann.
Coulin setzt sich intensiv mit den Auswirkungen familiärer Dynamiken auf das Leben der einzelnen Familienmitglieder auseinander. Das findet sich in ihrer Literatur sowie in ihrer Arbeit als
Mentorin. Sie wird mit Besuchern per Biographiearbeit deren Familiensysteme erforschen.
Dann ist da Yule von Hertell. Die Filmemacherin zeigt ihre Installation „Manchmal wache ich nachts auf”. Dabei handelt es sich um das Zusammenspiel einer experimentellen
Videoarbeit, die Fragen stellt und Ängste thematisiert und einem großen Banner mit fotografischen Perspektiven ihrer Kinder, die im Augenblick leben und dennoch festhalten; ihr intimer und
eigener und dennoch -in der Flut der Bilder unseres Alltags- universeller Blick.
Es geht nicht um ein einfaches „Was hinterlassen wir unseren Kindern für eine Welt?!‘” sondern um einen fließenden, vielschichtigen Dialog über Wandel und Kontinuitäten, Nichtlinearität der
Geschichte, Verantwortung, Hoffnungen und Ängste, Erinnerungen und es geht um das Verwobensein mit der Welt und globalen, lokalen und familiären Konflikten.
Alexandra Uhle ist freie Künstlerin und zeigt eindrucksvolle, tiefschichtige Ölmalereien. Sie setzt Puzzlestücke zusammen. Die Familie, ihre Ahnen, verschwunden, erinnert.
Hoffnungen, Illusionen, Enttäuschungen, Trauma jeder Generation, die untrennbar verflochten vor der letzten Generation liegt – ausgeliefert nackt – mit hoffnungsvollem Blick in die Weite des
Daseins, gestern, heute und morgen.
Judica Albrecht, Schauspielerin, Synchronsprecherin und Autorin veranschaulicht in ihrer Arbeit „AHNungsVOLL“ einen leisen aber steten Wandel von Überzeugungen über vier Generationen hinweg bis heute. Welche hatte Bestand? Und was erzählen sie uns über das Leben der vier Frauen?
Welche Glaubenssätze finden wir unter den Steinen? Manche stecken in unserem Nervensystem obwohl wir sie gedanklich längst verbannt haben.
Gefundene und eigens verfasste Texte vervollständigen diese Assemblage.
Sandra Hilleckes´ Malerei erstreckt sich über 3 Leinwände. 3 Bilder, die einzelne Bilder, die doch zusammengehören.
Der Ort des Geschehens ist der Krater eines Vulkans. Menschen reihen sich um das Feuer. Was verbindet sie? Wie in einem Vulkan, so brodeln auch in den Menschen unverdaute Erlebnisse, brechen sich
Bahn oder werden weitergetragen in die nächste Generation. Gut gehütet in Kisten, bis sie jemand öffnet.
Es geht um Verletzlichkeit und Prägungen, aber auch um die Perlen, die zu finden sind.
Die Kurz-Biografien mit den Statements finden Sie unter Presse.