Info zur aktuellen Ausstellung


Lutz Hölscher

„Seemannslieder.dunkel.eher”

Malerei

 

Vernissage: 29.08.2020 - 18 Uhr

bei gutem Wetter vor der Galerie 149!

Ausstellungszeit: 29.08. - 25.09.2020


Zunächst ist es eine romantisch verklärte Liebe zum Meer, die Lutz Hölscher dazu veranlasst, sich mit dem Themenkreis Meer und Seefahrt auseinander zu setzten.
Nostalgische Erinnerungen an Urlaubreisen,  schnulzige Schlager und Seemannlieder, literarische Vorlieben und kunsthistorische Vorbilder münden in eine anfänglich schwärmerisch dargestellte Liebe zum Meer, die vielleicht nur der Binnenländer, die Landratte, so empfinden kann.


Nana Mouskouri, Julio Iglesias, aber auch Hans Albers liefern den Soundtrack zur Entstehung der Malerei Hölschers. Romantische Verklärung des Seemannslebens und die süße Sehnsucht der getrennten Liebespaare.


Die Werke Melbyes, Constables, Turners, Friedrichs und vielleicht auch Noldes bilden die Tapete auf der hier Motive gefunden werden. Es sind eben die Bilder vom Meer, von denen die Malerei Hölschers ausgeht, nicht das Meer selbst. Dazu gehören wohl auch Fotografien einschlägiger Zeitschiften wie GEO  oder Mare, die die Begeisterung für das Meer befeuern, aber wohl auch die Munition liefern, das entstehende Bild zu zerschießen.


Die Bereitschaft sich in der Darstellung von Wellenbergen, Sturmwolken, Eisbergen, Gischt und Sonnenuntergängen zu verlieren, ist aber kaum zu leugnen.


Bücher, wie „Moby Dick“, „Die Schatzinsel“, „Die Caine war ihr Schicksal“ oder „Nordwasser“ sind gelesen und entfalten ihre Wirkung. Ihre Verfilmungen sowieso.
So wird der Betrachter auf eine Reise mitgenommen, die vor allem den Gedanken- oder Bilderstrom abbildet, dem sich der Maler aussetzt oder dem er ausgesetzt ist.


Die eher bekannten Topoi der See- oder Marinemalerei und die teilweise fast kindliche Begeisterung für Dampfschiffe oder U-Boote, werden hierbei immer wieder gestört, durch Übermalungen, scheinbar kindliche Kritzeleien oder hingeschmierte Schriftzüge, die so den Kontext verändern und eine subjektive künstlerische Realität erzeugen, die deutlich macht, dass es sich in der Tat vor allem um Bilder und Vorstellungen handelt, die weder den komplexen und schwierigen Zustand des Meeres oder die Situation der Seefahrt, noch die Situation der Menschen, die am oder vom Meer leben, spiegeln können, sondern vor allem eine persönliche Untersuchung der eigenen Bilder vom Meer darstellen.

 

Der Betrachter wird eingeladen, seine eigenen Vorstellungen zum Thema zu überprüfen.


Lutz Hölscher, 20.07.2020

Die gesamte Galerie ist mit den Werken bestückt. Ein entsprechendes Hygienekonzept ist einsehbar.